Büchereibrücke Bad Vilbel

Neubau einer Bücherei über die Nidda

Bauvorhaben
Neubau einer Bücherei über die Nidda in Bad Vilbel

Bauherr
Humanistische Stiftung
60322 Frankfurt/M.

Baubeschreibung

Die Büchereibrücke verbindet den Kurpark mit der Neuen Mitte Bad Vilbels. Sie besteht aus drei parallelen Fachwerken über zwei Stockwerke. Die Fachwerke mit Rohrdiagonalen sind am Untergurt mittels Verbundträgern verbunden. Entlang der westlichen Außenfassade verläuft – auf Kragarmen gelagert – der Steg zur Querung der Nidda.

Technische Daten

Brückenlänge 40,9 m
Stützweite 30,0 m
Breite 23,7 m
Höhe 9,7 m

Architekt

Demmel und Hadler GmbH
80336 München

Leistung

Ausführungsplanung, Lieferung und Montage des Stahlbaus, Korrosionsschutz und Brandschutzbeschichtung.

Baujahr

Baujahr 2011 / 2012

Erstmal Brücke

Seit Ende April wird an den Fundamenten für die geplante neue Stadtbücherei gearbeitet, die sich quer über die Nidda erstrecken soll. Bei einem Baustellentag konnten sich jetzt Besucher darüber informieren.

„Immer diese Meckerei“, platzte es einer Frau aus der Menge laut heraus. Statt sich wortreiche Klagen aus der Besuchergruppe anzuhören – etwa über die enge Passage zwischen Bauzaun und Kurhaus, durch die Radler partout ihr Velo nicht schieben wollen, oder dass die Redner kein Megafon nutzten – wollte die Zwischenruferin endlich mehr über die Baustelle erfahren.

Ende April haben Bagger an den beiden Niddaufern auf Höhe des einstigen Zentralparkplatzes damit begonnen, zwei klaffende Wunden zu reißen. Dort entstehen die Fundamente für die neue Stadtbücherei, die sich über den Fluß legen wird. Das Stadtmarketing hatte am Samstag zu einer Baustellentour eingeladen. Rund 60 Leute kamen, wie empfohlen, mit festem Schuhwerk.

In der ersten Informationsveranstaltung konnten sie immerhin schon einen Blick in das Kellergeschoss der umstrittenen Büchereibrücke werfen, die die Bezeichnung Mediathek erhalten wird. Die Räume und der Fahrstuhlschacht sind zu erkennen sowie die drei rund 1,5 Meter dicken Betonsäulen pro Uferseite, auf denen die mehrere hundert Tonnen schwere Konstruktion aus Stahl, Glas und Beton einmal ruhen wird.

Doch bevor die Bad Vilbeler dort ihren Wissensdurst stillen werden, kommt dem Büchereibauwerk die profane Funktion einer Baustraße zu. Klaus Rotter von den Stadtwerken, die Bauherrin ist, erklärte dies mit der Entlastung der Frankfurter Straße während der Bauzeit an der Neuen Mitte.

Die Lastwagen werden die Baustelle über den Schwarzenweg und die Brücke anfahren und wieder verlassen. Nur wenige Male soll Ausnahmezustand in der Frankfurter Straße herrschen, nämlich wenn die 30- Meter-Stahlträger gebracht werden.

Tragendes Stahlskelett

Auf dem ehemaligen Parkplatz wird die Stahlkonstruktion der gesamten Mediathek zusammengebaut, um sie von dort in Modulen auf die Lager zu hieven, erklärte Bauleiterin Katharina Hauff vom Frankfurter Architektenbüro Schneider und Schumacher. Erst das eiserne Skelett verleihe dem Bauwerk die Tragfähigkeit – wohl vergleichbar mit einer Eisenbahnbrücke. Trotz der sichtbaren Fundamente fiel es manchem Besucher nicht einfach, sich die Dimension von 40 Meter Länge, 27 Meter Breite und knapp neun Meter Höhe vor dem geistigen Auge vorzustellen. „Wie hoch sind neun Meter?“

Klaus Rotter: „Ungefähr bis zum Dachknick.“ Er zeigte dabei auf ein leeres Haus hinter dem einstigen Lokal „Cadillac“.

Ab dem 26. September sollen die Baulastwagen die Nidda überqueren können. Dann werden die geräumten Gebäude für die Neue Mitte abgerissen. Es wird eine gewaltige Baugrube für die Tiefgarage ausgehoben. Ungeduldige Frager unter den Besuchern musste Rotter nicht nur wegen der noch fehlenden störungsarmen Zufahrt vertrösten. „Der Bauantrag ist noch nicht genehmigt. Jetzt abzureißen wäre Schwarzbauen.“ Man hofft, dass das Kreisbauamt die Eingabe bis zum Spätsommer absegnet.

Bis dahin sind auch die meterhohen, mit Folien abgedeckten Erdhügel aus dem Tiefbau an den Ufern verschwunden – jedoch nicht auf einer Deponie. Harald Lotter, Bauleiter für die Firma Riedel Bau, bemerkte: „Das ist guter Niddakies, mit dem die Ufer wieder aufgefüllt werden.“